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Theater Krefeld/Möchengladbach

Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten

Die Ballade vom Ozeanpianisten

Anrührend und packend, komisch und poetisch begeisterte Adrian Linke (…) mit Alessandro Barricos Geschichte von Novecento, dem Ozeanpianisten, der aus den Augen der Menschen alles über die Welt zu lesen vermag und dennoch nie das Schiff verlässt. (…)
Zwischen Seilen und Bullaugen hat Ausstatter Patrick Durwael ein großartiges Bühnenbild gestaltet, auf dem eine schiefe Ebene die Vor- und Aufwärtsbewegungen des fahrenden Schiffes andeutet, und auf der doch die Dinge notorisch nach unten rutschen. Till Ufer hat das Stück mit sehr viel Kraft und Poesie inszeniert, verlangt seinem Solodarsteller alles ab und gestaltet emotionale, einprägsame Bilder, egal ob er Tooney als Suchenden im dichten Nebel zeigt, dessen Alter Ego Novecento als Zögernden , der nicht den Fuß an Land zu setzen vermag, oder als imaginären Sieger im glitzernden Konfettirausch.
Adrian Linke schließlich gibt Barricos poetischer Geschichte und wehmütiger Jahrhundertbilanz eine ebenso temperamentvolle wie sensible Seele, wechselt vom Tanz zur Trauer und wieder zurück in einem Augenblick, lässt Tooney und Novecento lebendig werden, ebenso die gesamte Crew jenes sonderbaren Ozeandampfers mit seinem blinden Steuermann. Einfach großartig.
(Neuß-Grevenbroicher Zeitung, 24.10.2005)

Auf schwankendem Grund

aus Bariccos "Novecento" macht Adrian Linke bejubelten Theaterabend
Wenn aus Bestsellern Filme gedreht werden, die dann jemand für die Theaterbühne bearbeitet, kommt selten etwas Nennenswertes dabei heraus. Bei Alessandro Baricco und seinem Buch "Novecento" ist das anders. Schon der Film kann sich sehen lassen, das Bühnenstück, sofern es einen kompetenten Interpreten findet, hat das Zeug zum Hit. Im Studio des Theaters nimmt sich Adrian Linke dieser Geschichte vom Ozeanpianisten an - und begeistert.
Denn Adrian Linke stellt seine bemerkenswerte Ausdruckskraft dem Publikum zur Anschauung und empfiehlt sich als neues Ensemblemitglied. Und wie er dadurch aus dem Nebel auftaucht, zwischendurch auf dem Klavier herumturnt oder die Bühne zu einem im Orkan schlingernden Schiff verwandelt, das entzückt.
Wie er in Person des Jazzposaunisten das Leben des Findelkindes "Novecento" vor unseren Augen vorbeiziehen lässt, das ist vielfarbig, faszinierend, eine runde Sache. Linke spricht an, er erreicht sein Publikum direkt, überzeugt mit Charme und solidem Handwerk.
(Westdeutsche Zeitung, 14.10.2002)