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Theater Krefeld/Möchengladbach

Hagel auf Zamfara (Uraufführung)

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Hagel © Stutte
© Stutte

von Sefi Atta (*1964)


Inszenierung: Nicholas Monu
Bühne und Kostüme: Frank Hänig
Dramaturgie: Martin Vöhringer


Eine Frau im Norden Nigerias ist zu Unrecht des Ehebruchs angeklagt und von einem Scharia-Gericht zum Tod durch Steinigung verurteilt worden. In ihrer Gefängniszelle vergegenwärtigt sie sich die entscheidenden Stationen ihrer Lebensgeschichte: Wie sie sich zur Wehr gesetzt hatte, als ihr Mann begann, sie zu prügeln. Wie ihr Mann sich eine zweite Frau nahm, ein Mädchen, kaum älter als die gemeinsame Tochter Fatima mit ihren 14 Jahren. Wie ihm das Mädchen einen Jungen gebar, den lang ersehnten Sohn – und damit die eigentliche Tragödie erst begann, da dem Jungen kein langes Leben beschieden sein sollte.
Rekapituliert wird die Geschichte einer Frau, deren größte Sorge ihrer Tochter gilt; für deren Zukunft sie alles zu opfern bereit ist, und sei es das eigene Leben.

Die nigerianische Schriftstellerin Sefi Atta, 1964 in Lagos geboren und Autorin zweier auch auf Deutsch erschienener Romane, hat mit Hagel auf Zamfara ein eindringliches Drama über das Schicksal einer entrechteten Frau geschrieben. Es ist ein zorniges Stück gegen religiöse Scheinheiligkeit und Fundamentalismus, das nicht im Islam an sich das Problem verortet, sondern in dessen Versteinerung durch reaktionäre, patriarchalische Herrschaftsverhältnisse. Konkreter Auslöser dafür war die Institutionalisierung der Scharia-Gesetzgebung nach islamischem Recht in einigen der nördlichen Bundesstaaten Nigerias in den Jahren 1999/2000.

Regisseur Nicholas Monu ist berufen wie kein Zweiter für diese nigerianischdeutsche Theaterkooperation. Wie Sefi Atta in den sechziger Jahren in Nigeria geboren, war Monu das erste afrikanische Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne und arbeitete lange Jahre als Schauspieler am Wiener Burgtheater. Mittlerweile lebt er als Regisseur und Schauspieler wieder in seiner Geburtsstadt, der nigerianischen Mega-City Lagos.

Nach Shabnam Toloueis Bahman-Bagdad ist dies die zweite Uraufführung des Theaters Krefeld und Mönchengladbach im Rahmen seiner Reihe Außereuropäisches Theater.


Vorstellungsdauer: ca. 1:05 Stunde, keine Pause