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Theater Krefeld/Möchengladbach

Roberto Zucco

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Zucco © Stutte
© Stutte

von Bernard-Marie Koltès (1948–1989)


Inszenierung: Christoph Roos
Bühne: Peter Scior
Kostüme: Sonja Albartus
Musik: Markus Maria Jansen
Dramaturgie: Martin Vöhringer


„Roberto, Roberto, ein Auto, das in eine Schlucht gestürzt ist, das repariert man nicht.“
Von der Kälte sprechen, um die Wärme zu beschwören? Wie viele Romantiker hat das der jung gestorbene Dichter Bernard-Marie Koltès versucht: Auf anrührende und provozierende Weise in diesem nachtdunklen Stück, das die Odyssee eines beinah kindlichen Mörders schildert und von unstillbarer Liebessehnsucht und untröstlicher Einsamkeit handelt.
Roberto Zucco hat seinen Vater getötet, ist verhaftet und eingesperrt worden. Noch am selben Tag bricht Zucco aus dem Gefängnis aus, als könne er durch Wände gehen. Er kehrt ein letztes Mal nach Hause zurück, zieht sich seine Soldatenkluft über und wird fortan durch die Straßen ziehen wie durch eine ausgeweitete Kampfzone. Zum Abschied küsst und umarmt er seine Mutter – und bringt sie um. Dann bricht er zu seiner Reise ohne Heimkehr auf. Einer Reise, auf der er noch zwei weitere Male, scheinbar ohne Grund und ohne Motiv, töten wird; einer Reise, auf der er einem jungen Mädchen begegnet, das er gleichermaßen ins Glück wie ins Unglück stürzt.

Es ist das Provozierende an Koltès’ Tragödie, dass sie ihren orientierungslosen Helden nicht ohne Mitgefühl präsentiert und dass sie offen lässt, inwiefern dieser Junge aus dem Gleis geworfen wurde – von "der Gesellschaft" oder "den Umständen" – und inwieweit er willentlich aus den Gleisen herausgesprungen ist. Gewiss ist nur, was in der zärtlichsten Szene des Stücks ein alter Mann, der sich in den U-Bahn-Gängen verirrt hat, zu Zucco sagt: „Man kann immer aus dem Gleis geraten, junger Mann.“ Zucco wird ihn am Arm nehmen und zum Ausgang geleiten.