Buch von Gottfried Greiffenhagen (*1935)
Musikalische Einrichtung von Franz Wittenbrink (*1948)
Musikalische Leitung: Karsten Seefing
Inszenierung: Reinhardt Friese
Bühne und Kostüme: Annette Mahlendorf
Dramaturgie: Ulrike Aistleitner
Der Saal tobt, wenn ihre Musik erklingt: 80 Jahre nach ihrem Entstehen sind die Songs der Comedian Harmonists, des berühmtesten deutschen Gesangsensembles des 20. Jahrhunderts, der Auslöser für Beschwingtheit und kollektive Begeisterung im Zuschauerraum. Hits wie Mein kleiner grüner Kaktus oder Veronika, der Lenz ist da stehen für das Lebensgefühl des krisengeschüttelten Deutschlands der Zwischenkriegszeit, in dem es galt, den Augenblick zu genießen und die bedrohliche Wirklichkeit zu verdrängen. Gottfried Greiffenhagens und Franz Wittenbrinks Bühnenversion vom Aufstieg und Fall des „jüdisch/arischen“ Männergesangssextetts Comedian Harmonists stellt den freien Umgang mit einer im Kern realen Geschichte dar.
1927 gründeten in Berlin fünf Sänger und ein Pianist ganz nach dem Vorbild der amerikanischen Revelers ein Gesangsensemble. Ihr monatelanges Üben und ihre spätere gemeinsame Karriere schweißten die jungen Künstler zusammen, bis sie wegen der jüdischen Herkunft dreier ihrer Gruppenmitglieder 1935 von den Nationalsozialisten mit einem Auftrittsverbot innerhalb Deutschlands belegt wurden. Die zwei Handlungsoptionen, die dem Ensemble zur Verfügung standen, hießen: in der Originalbesetzung fortan im Ausland leben und auftreten, oder: die Auflösung der Gruppe. Dass tatsächlich die zweite der beiden Möglichkeiten eintrat, stellt eine der vielen menschlichen Katastrophen der damaligen Zeit dar.
Das Musical Die Comedian Harmonists feierte 1997 an der Komödie am Kurfürstendamm in Berlin seine Uraufführung und sorgt seither für ungebrochene Publikumserfolge und ausverkaufte Theater.
Vorstellungsdauer: ca. 2:10 Stunden, 1 Pause


